Marco Schreyl wurde am 1. Januar 1974 in Erfurt geboren und arbeitet als Moderator und Journalist. Neben seiner langjährigen Rundfunkarbeit gehört heute auch die Vermittlung von Gesundheits- und Forschungsthemen zu seinem öffentlichen Profil. Ein wichtiger Ausgangspunkt dafür liegt in seiner eigenen Familiengeschichte: Seine Mutter Petra erkrankte an Huntington, einer erblichen neurodegenerativen Erkrankung, und starb 2021.
Schreyl hat später selbst ausführlich darüber gesprochen, wie die Erkrankung seiner Mutter seinen Alltag, seine Arbeit und seinen Umgang mit belastenden Situationen beeinflusste. Aus dieser persönlichen Erfahrung entwickelte sich eine öffentlich sichtbare Beschäftigung mit Huntington und anderen neurodegenerativen Erkrankungen. Parallel engagiert er sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für Menschen mit Mukoviszidose.
| Field | Details |
|---|---|
| Name | Marco Schreyl |
| Geburtsort | Erfurt, Thüringen |
| Wohnort | Köln |
| Beruf | Moderator und Journalist |
| Ausbildung | Magister Artium in Sport-, Erziehungs- und Sprechwissenschaften |
| Geschwister | Nach eigener Aussage Einzelkind |
| Körpergröße | 193 cm laut RTL |
| Öffentliche Arbeit | Gesundheitsaufklärung und moderierte Fachgespräche |
| Engagement | Seit mehr als 20 Jahren für Menschen mit Mukoviszidose |
Wie die Erkrankung seiner Mutter sein Leben veränderte
Bei Schreyls Mutter Petra wurden nach seinen späteren Schilderungen bereits 2013 erste Veränderungen bemerkbar. Die Diagnose Huntington erhielt sie am 29. Juni 2015. Die Erkrankung beeinflusste nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch den Alltag ihres Sohnes als Angehöriger.
Schreyl berichtete 2024 in einem direkten Interview, wie belastend diese Zeit für ihn gewesen sei. Dazu gehörten schwierige nächtliche Telefonate und Situationen, nach denen er am nächsten Morgen trotzdem seinen beruflichen Verpflichtungen nachkommen musste. Er sprach offen darüber, dass ihm die Verbindung zwischen familiärer Belastung und Arbeitsalltag zeitweise schwerfiel.
Seine Mutter starb im August 2021 im Alter von 65 Jahren. Die Jahre ihrer Erkrankung wurden später zu einem zentralen Thema seiner öffentlichen Aussagen über das Leben von Angehörigen schwer erkrankter Menschen.
Rückblickend erklärte Schreyl außerdem, dass er damals keine Therapie in Anspruch genommen habe. Aus heutiger Sicht glaube er, professionelle Unterstützung hätte ihm in dieser Phase helfen können. Er formulierte dies als persönliche Erfahrung und nicht als allgemeine Empfehlung.
Huntington ist erblich, weshalb die Erkrankung seiner Mutter auch für ihn eine persönliche genetische Dimension besitzt. In Interviews aus 2023 und 2024 sagte er, dass er bis dahin keinen prädiktiven Gentest hatte durchführen lassen. Schreyl sprach in seinen Interviews über sein genetisches Risiko, nicht über eine eigene Huntington-Diagnose.
Verluste in der Familie und persönliche Verarbeitung
Auch der Tod seines Vaters Michael gehört zu den familiären Erfahrungen, über die Marco Schreyl selbst gesprochen hat. Nach seiner Darstellung starb sein Vater im Alter von 63 Jahren an den Folgen einer zuvor nicht erkannten erblichen Veränderung des Herzens. Seriöse Berichterstattung nennt 2017 als Todesjahr.
Vor dem Tod seines Vaters lebten beide ungefähr ein Jahr zusammen. Schreyl beschrieb diese Phase später als besonders wertvoll, weil Vater und Sohn in dieser Zeit Gespräche führten, die es zuvor so nicht gegeben hatte.
Die Verluste beider Eltern wurden später Teil seiner persönlichen Aufarbeitung. Eine wichtige Rolle spielte dabei das Schreiben. Nach eigenen Angaben begann er am 9. November 2022, seine Erfahrungen systematischer festzuhalten. Er sagte später, dass ihm dieser Prozess geholfen habe, Erinnerungen zu ordnen und die persönliche Belastung anders zu tragen.
Das Ergebnis erschien am 2. November 2023 als autobiografisches Sachbuch bei Kiepenheuer & Witsch. Im Mittelpunkt stehen seine Eltern, Krankheit, Pflege und seine Erfahrungen als Angehöriger.
Warum Schreyl seine Familiengeschichte öffentlich machte
Schreyl hat sein Privatleben nicht grundsätzlich zum Gegenstand seiner öffentlichen Arbeit gemacht. In einem Interview von 2024 erklärte er, dass er lange keinen Grund gesehen habe, persönliche Dinge zu erläutern, wenn sie für ein Thema keine Bedeutung hatten.
Bei der Erkrankung seiner Mutter veränderte sich diese Abwägung. In Interviews sprach Schreyl konkret über die Belastung als Angehöriger und darüber, wie schwer es zeitweise war, die familiäre Situation mit seinem Berufsalltag zu vereinbaren.
Mit seinem Buch machte er diese Erfahrungen ausführlicher öffentlich. Dabei blieb der Schwerpunkt auf seiner eigenen Perspektive. Er spricht als Sohn und Angehöriger, nicht als Mediziner.
Diese Unterscheidung prägt auch seine spätere öffentliche Arbeit. Persönliche Erfahrungen liefern den Ausgangspunkt, fachliche Einordnung kommt dagegen von Forschenden, Ärztinnen, Ärzten und anderen Expertinnen und Experten.
Aufklärungsarbeit zu Huntington und Gehirnerkrankungen
Seit September 2025 moderiert Schreyl für das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) den monatlichen Podcast „90 Milliarden“. Das Forschungszentrum kündigte das Projekt am 15. September 2025 an; die erste Folge erschien am 23. September.
Im Mittelpunkt stehen Gespräche über Gehirngesundheit und neurodegenerative Erkrankungen. Schreyl spricht dort mit Forschenden, Fachleuten, Betroffenen und Angehörigen. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und wissenschaftliche Themen im Gespräch zugänglich zu machen.
Auch Huntington wurde 2026 ausführlich behandelt. In einer Folge sprach er mit PD Dr. Patrick Weydt über Forschung, Symptome, Diagnostik und genetische Beratung. Die Deutsche Huntington-Hilfe griff diese Folge im Mai 2026 während ihres Aufmerksamkeitsmonats ebenfalls auf.
Seine persönliche Familiengeschichte ist bei solchen Gesprächen relevant, ersetzt aber nicht die fachliche Expertise der eingeladenen Spezialisten. Medizinische Aussagen im Projekt stammen entsprechend von den jeweiligen Fachpersonen.
Das Format lief auch im Sommer 2026 weiter. Am 15. Juli 2026 veröffentlichte das DZNE eine weitere Folge mit Schreyl als Moderator.
Langjähriges Engagement für Menschen mit Mukoviszidose
Gesundheitsbezogenes Engagement begann bei Marco Schreyl nicht erst mit seiner Beschäftigung mit Huntington. Der Mukoviszidose e.V. bestätigte im März 2026, dass er sich bereits seit mehr als 20 Jahren für Menschen mit Mukoviszidose engagiert.
Schreyl selbst beschrieb den Beginn dieses Einsatzes in einem Interview mit der Organisation. Ausgangspunkt war eine Benefizveranstaltung, durch die er erstmals intensiver mit dem Thema und den betroffenen Menschen in Kontakt kam.
Der Verband bezeichnet ihn als „Schutzengel“. Dabei handelt es sich um eine Bezeichnung innerhalb der Organisation und nicht um ein öffentliches Amt.
Sein Engagement wurde im März 2026 erneut offiziell dokumentiert. Öffentlich bestätigte Angaben zu persönlichen Spendensummen liegen nicht vor.
Berufserfahrung als Grundlage seiner Gesprächsarbeit
Die beruflichen Wurzeln von Marco Schreyl reichen bis in die 1990er-Jahre zurück. Seine eigene Vita führt den Mitteldeutschen Rundfunk ab 1994 als frühe Station auf. Dort begann er nach eigener Darstellung zunächst mit Radioarbeit und übernahm später auch Aufgaben vor der Kamera.
RTL nennt 1997 als Beginn seiner Tätigkeit als Fernseh- und Radiomoderator. Die Quellen setzen unterschiedliche Akzente: Schreyls eigene Vita nennt eine MDR-Tätigkeit ab 1994, während RTL ihn seit 1997 als Fernseh- und Radiomoderator führt.
Vor seiner Medienlaufbahn studierte Schreyl Sportwissenschaften, Erziehungswissenschaften und Sprechwissenschaften und schloss nach eigener Angabe mit einem Magister Artium ab. Der WDR nennt Jena als Studienort.
Seine langjährige Radioerfahrung betrachtet er selbst als wichtige Grundlage seiner Gesprächsführung. In einem Interview von 2020 sagte er, intensive Radioarbeit habe ihm viel Routine im Umgang mit Gesprächspartnern gegeben.
Für kontroverse Gespräche formulierte er damals einen klaren beruflichen Anspruch: Menschen sollten nicht öffentlich vorgeführt oder lächerlich gemacht werden. Unterschiedliche Positionen könnten behandelt werden, ohne unnötige Zuspitzung zum Selbstzweck zu machen.
Zu seiner Arbeitsroutine gehört laut einem WDR-Profil außerdem das regelmäßige Lesen von Fachpublikationen, Nachrichtenagenturen und Zeitungen. Als persönlichen Gegenpol zu einem Beruf voller Stimmen und Geräusche nannte er Ruhe, Meer und Wind.
Was Marco Schreyl 2026 beruflich macht
Marco Schreyl ist auch 2026 weiterhin regelmäßig im Radio tätig. Offizielle Programmdaten des WDR dokumentieren seine Moderation bei WDR 2 noch im August 2026.
Daneben führte er auch bei Deutschlandfunk Kultur weiterhin längere Gespräche. Für Februar 2026 ist beispielsweise ein von ihm moderiertes Gespräch mit der Bildungsaktivistin Gloria Boateng offiziell dokumentiert.
Ein weiterer aktueller Schwerpunkt bleibt die Zusammenarbeit mit dem DZNE. Der Podcast zu Gehirngesundheit und neurodegenerativen Erkrankungen wurde 2026 fortgesetzt und verbindet klassische Gesprächsmoderation mit wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Aufklärungsarbeit.
Seine gegenwärtige Arbeit verteilt sich damit auf unterschiedliche journalistische Gesprächsformate und öffentliche Projekte. Bei Gesundheitsfragen tritt er dabei als Moderator und Angehöriger mit eigener Erfahrung auf, nicht als medizinischer Experte.
Was sich aus Marco Schreyls öffentlicher Arbeit ableiten lässt
Marco Schreyls heutige Aufklärungsarbeit ist eng mit bestätigten Erfahrungen aus seiner eigenen Familie verbunden. Die Huntington-Erkrankung seiner Mutter, der Verlust beider Eltern und seine Jahre als Angehöriger wurden zunächst Gegenstand persönlicher Verarbeitung und später auch eines öffentlich geführten Gesprächs über Krankheit und Belastung.
Gleichzeitig reicht sein gesellschaftliches Engagement weiter zurück. Der Mukoviszidose e.V. dokumentiert seinen Einsatz bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten. Seit 2025 kommt mit seiner Arbeit für das DZNE ein weiteres langfristig angelegtes Projekt hinzu.
Auch 2026 bleibt Schreyl beruflich im Rundfunk präsent und moderiert zugleich Gespräche über Forschung, Gehirngesundheit und die Erfahrungen von Betroffenen und Angehörigen. Seine eigene Geschichte liefert dabei einen nachvollziehbaren persönlichen Hintergrund, während die fachliche Einordnung bei den jeweiligen Expertinnen und Experten bleibt.
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